Perret Schaad – zwei Newcomer starten durch

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertungen, Durchschnitt: 4,75 von 5)
Loading...

Unzählige junge Modedesigner schließen jedes Jahr ihr Studium an den Modeschulen ab – leider schaffen es nur wenige, danach durchzustarten und kommerziell erfolgreich zu sein. Die Konkurrenz ist einfach so groß, der Markt nicht immer gut und nicht alle Ideen stechen so signifikant aus der Masse. Das Designerinnen-Duo Perret Schaad gehört zu den jungen kreativen Menschen, die sich glücklich schätzen können, denn sie haben es geschafft mit ihrer Mode für Aufsehen zu sorgen.

Tutia Schaad, 1982 in Vietnam geboren, und Johanna Perret, die am Starnberger See aufwuchs, durchliefen eine für Designerinnen klassische Ausbildung. Beide studierten an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, diplomierten und absolvierten Praktika bei namhaften Modehäusern. Noch 2010 konnten die Freundinnen nicht von der Mode allein leben und mussten Nebenjobs bei Boutiquen annehmen, um sich über Wasser halten zu können. Ein Schicksal, dass sie mit so vielen jungen Designern teilten. 2012 sieht dies schon etwas anders aus. Mittlerweile produzierten die beiden in Kooperation mit dem Modeshaus Goertz ihre eigene Schuhlinie, die ab Frühjahr 2012 in den Stores von Goertz zu haben war. Diese Kollektion schätzen die beiden als „mondän und tragbar, natürlich und durchdacht, zeitlos und cool“ ein. Die Schuhe sollen darüber hinaus vielseitig und kombinierbar sein. Aber erst durch IMG, die International Management Agentur, wurde möglich, was heute da ist. Die Firma wurde auf die Designs der beiden aufmerksam und unterstütze deren Entwicklung.

Schon seit zwei Jahren ist das junge kreative Team jetzt auf der Berlin Fashion Week aktiv und überzeugten mit ihrem avantgardistischen Stil und dem Spiel mit Gegensätzen. Vor allem sticht eines besonders heraus: die schlichte Eleganz. Tutia Schaad und Johanna Perret arbeiten mit Baumwolle, Seide, Plastik – alles ist bei den beiden kombinierbar und wird richtig in Szene gesetzt. Tutia Schaad und Johanna Perret zeigen uns in der Kollektion für Herbst/Winter 2013 sehr lockere, einfach aber stilvolle Kleider. Nicht umsonst wurde den beiden nachgesagt, sie würden auf den Spuren der berühmten Designerin Jil Sanders wandeln. Ob die beiden dies tatsächlich mit Vorsatz so inszenieren, ist unwahrscheinlich – so individuell die Mode doch ist. Etwas jugendliches haftet der Kollektion an, was sicherlich auch am Alter der beiden Designerinnen liegen kann. Kurze Seidenkleider sind diese Saison genauso Teil ihrer Kollektion wie transparente Blusen und etwas weitere Hosen.

Auch Lederrock und Seidenbluse spielen dieses Jahr eine Rolle. Die leicht transparenten Oberteile sind dieses Jahr sowieso der Renner. Viele Designer der angesagten und traditionellen Häuser, wie Gucci, setzen in diesem Winter darauf. Die legeren Strickjacken von Tutia Schaad und Johanna Perret haben eine ausgefallene Kragenform und sind in Kombination mit Hose und Stiefel zeitlos. Generell wirkt die Mode der beiden so, als könnte man sie direkt überwerfen: Jung, spontan, wenig flippig, dafür aber elegant. Farblich blieben Tutia Schaad und Johanna Perret den Herbst/Winter Kollektionen von 2011/12 und 2010/11 treu: Grautöne, Blautöne und Grün geben hier den Ton an. Das passt nicht nur in die Jahreszeit, sondern auch zu fast jeder Veranstaltung. Accessoires werden interessanterweise nur dezent eingearbeitet. Braune Stiefelletten zum höher geschnittenen Rock passen super und sind ein echter Eyecatcher. Die schwarzen Absatzschuhe mit T-Riemen zur etwas weiteren Hose kommen da nicht so recht zur Geltung. Zur blauen Strickjacke und dem seidenen Rock, haben sich die beiden allerdings wieder etwas einfallen lassen. Der lange, graue, wuschelige Schal, kontrastiert das Outfit und sorgt für Aufsehen.

Die neuen Kollektion von Tutia Schaad und Johanna Perret ist hervorragend durchdacht und sehr gelungen. Statt auf viele Effekte zu setzen, überzeugt ihre Mode durch solides Handwerk. Die beiden dürfen wirklich stolz auf sich sein und man wünscht ihnen, dass sie noch lange so erfolgreich und kreativ zusammenarbeiten.

Nach oben scrollen